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Solidarität - Jung und Alt

Die Solidarität war immer eine Stärke der Schweiz. Wenn diese nun bröckelt, geht für unseren Staat sehr viel verloren.

Die Jungen lehnen laut einer Tamedia-Umfrage die AHV-Reform ab. Sie müssten zu viel bezahlen. Die Mehrwertsteuer würde ihre Lebenshaltungskosten verteuern, die ganze Last der zukünftigen Renten, inkl. höherer Lohnabzüge werde bei den Jungen liegen. Das wird so sein, aber bei der Mehrwertsteuer bezahlen alle solidarisch mehr. Übrigens nur 0,3 %, da die 0,3%, die heute der IV zufliessen direkt an die AHV weitergegeben werden. Und die 0,3 % Erhöhung werden erst 2021 fällig. Höhere Lohnabzüge werden bei allen Arbeitnehmenden getätigt – nicht nur bei den Jungen.

Wenn man genauer hinschaut, ist der Zankapfel klar. Es geht um die 70 Franken, die die Neurentner erhalten werden. Diese 70 Franken sind ein Ausgleich, weil bei Neurentnern der Umwandlungssatz von 6,8 auf 6.0 % (im obligatorischen Bereich der Pensionskasse) gesenkt wird. Das heisst, sie erhalten unter dem Strich immer noch weniger Rente als sie ohne die 70 Franken Kompensation erhalten würden. Jetzt mit dem Argument gegen die Rentenreform zu kämpfen, dass die Rentner nichts bekommen, ist sehr fadenscheinig. Diejenigen Rentner, die heute eine zweite Säule haben, erhalten auch in Zukunft ihren meist noch hohen Umwandlungssatz. Und der wird mit keinem neuen Gesetz gesenkt, der bleibt so bestehen. Sie haben keine Renteneinbusse.

Junge und Alte lassen sich einspannen bei dieser Abstimmung, um Stimmung gegen diese Vorlage zu machen. Dabei ist doch die Solidarität unter den Generationen bis heute das grosse Plus der Schweiz, dass die Altersvorsorge funktioniert. Will man dies nun alles aufs Spiel setzen? Die heutigen Rentner haben immer in die Altersvorsorge einbezahlt und sie profitieren auch in Zukunft ohne Abzug bei der Pensionskasse. Einzig bei der Erhöhung der Mehrwertsteuer werden sie wie alle anderen mit bezahlen.

Es wird Stimmung gemacht mit der Aussage, dass diese Vorlage zu viel kostet. Diese Vorlage ist ein guter und sozial fairer Kompromiss. Weil es heute nicht mehr üblich ist, Kompromisse zu unterstützen, findet man immer einen Punkt, den man bekämpfen kann. Und eines vergisst man dabei: jede Reform, auch wenn man etwas völlig anderes bringen würde und dies nochmals neu aufgleisen will, jede Reform wird kosten. Und am meisten bezahlen werden immer die Jungen, denn sie werden am längsten einzahlen. Ich hoffe, dass bei all diesen Diskussionen die Solidarität untereinander nicht völlig vergessen wird. Ohne diese werden wir bald keine Altersvorsorge mehr haben.

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